Herpes-Infektionen

Aus aktuellem Anlass: Equine Herpes-Viren (EHV) sind weltweit verbreitet. In Deutschland haben mindestens 70% der Pferde nachweislich Kontakt mit EHV gehabt. Diese Viren, bei denen man 5 verschiedene Serotypen (EHV 1,2,3,4,5) unterschiedet, sind für unterschiedliche Krankheitsbilder verantwortlich:

  • fieberhafte (meist eher milde verlaufende) Atemwegserkrankungen
  • seuchenhafte Aborte in Gestüten
  • Trübungen an der Hornhaut von Pferdeaugen

Am gefürchtesten ist ein schwere Erkrankungsform, bei der neben oder nach fieberhaften Atemwegsirritationen zusätzlich das Zentrale Nervensystem angegriffen wird. Die Pferde zeigen hierbei Ataxien (=Unkoordiniertheit) in unterschiedlich starken Ausprägungen. Diese können reichen von leichtem Schwanken in der Hinterhand bis hin zu Festliegen mit Todesfolge.

Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion verbreitet und breiten sich i.d.R. nach und nach im jeweiligen Pferdebestand aus. Bei Beachtung allgemeiner Hygieneregeln und konsequenter Quarantäne des gesamten Bestandes bis über das letzte Auftreten von verdächtigen Symptomen hinaus ist ein Übergreifen auf weitere Bestände erfahrungsgemäß verhinderbar.

Da sich die Herpesviren im Pferdekörper weitestgehend einer Therapie entziehen, ist der infizierte Organismus v.a. auf sich selbst gestellt und der Verlauf oft schicksalshaft. Eine Behandlung im Erkrankungsfalle beschränkt sich daher auf eine symptomatische Therapie, die aus fiebersenkenden, entzündungshemmenden und  immunstimmuliernden Medikationen  und Antibiotikagaben gegen die häufig sekundär auftretenden bakteriellen Begleitinfektionen besteht.

Die besten Chancen zur Verhinderung oder zu einem möglichst glimpflichen Verlauf einer Infektion werden durch die regelmäßige halbjährliche Impfung nach erfolgter Grundimmunisierung gegen Herpesviren erreicht. Erfahrungsgemäß läßt sich der Infektionsdruck durch die konsequente regelmäßige Durchimpfung des gesamten jeweiligen Pferdebestandes drastisch reduzieren und damit das Infektionsrisko für das einzelne Pferd nochmals beträchtlich senken.      

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