Infektiöse Anämie

Die “Infektiöse Anämie der Einhufer” ist eine durch Viren verursachte Tierseuche, die bei Pferden (und allen anderen Einhufern wie Eseln, Maultieren, Mauleseln und Zebras) auftreten kann und vor allem durch Insektenstiche übertragen wird.

Aufgrund ihrer Gefährlichkeit ist bereits der Verdacht der Erkrankung eines Patienten anzeigepflichtig, d.h. unverzüglich dem jeweils zuständigen Veterinäramt mitzuteilen.

Die Erkrankung kann schnell aber auch schleichend verlaufen, wobei die Symptome wie Fieberschübe, Apettitlosigkeit, Ödeme, Konditionsverlust, allgemeine Entkräftung des Patienten bis hin zu Blutzellarmut, Abmagerung und Todesfällen eher wenig spezifisch sind.

Pferde können die Infektion überleben, tragen aber zeitlebens den Virus in sich und stellen daher ein Ansteckungsreservoir dar.

Auf Anweisung des Veterinäramtes wird daher (ausnahmslos!) jedes Pferd mit nachgewiesener Ansteckung umgehend euthanasiert und schadlos beseitigt.

Der Nachweis der Ansteckung erfolgt hierbei über eine genau festgelegte Blutuntersuchung, die im positiven Fall (= Erkrankung bzw. Ansteckung nachgewiesen) nochmals durch einReferenzlabor in einer zweiten (Kontroll-)Untersuchung bestätigt werden muss.

Pferdebestände, die mit dem infizierten Pferd Kontakt hatten, werden amtstierärztlich solange gesperrt, bis über mehrfach zu wiederholende Blutuntersuchungen eine Ansteckung weiterer Pferde sicher ausgeschlossen werden kann.

Die Infektiöse Anämie ist in Deutschland nicht latent vorhanden sondern wird zumeist über importierte Pferde eingeschleppt.

Besondere Vorsicht ist in letzter Zeit gegenüber (illegal importierten) Pferden aus Südosteuropa (v.a. Rumänien) geboten, da hier grosse Anteile der Pferdepopulation infiziert zu sein scheinen.

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