Wann ist ein Pferd ein “Schlachtpferd”?

Laut Gesetz ist jedes Pferd grundsätzlich als (potentielles) Schlachtpferd anzusehen.

Damit ist Besitz bzw. die Haltung von Pferden vom Gesetzgeber generell als Produktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft eingestuft und wird rechtlich genauso wie jede Kälbermast, Schweinezucht oder Legebatterie behandelt.

Die Pferdehalter (auch also z.B. der Pensionstallbesitzer) unterliegt damit den hohen und strengen Anforderungen der Lebensmittelsmittelproduktion mit allen ihren entsprechenden Gesetzen und Verordnungen (wie z.B. der ständigen Nachweispflicht über die Identität, der Herkunft und dem Verbleib eines jeden einzelnen Tieres, vor allem aber auch über jede einzelne Behandlung und Medikamentengabe bei jedem einzelnen Tier.

Sein “Betrieb” ist in regelmässigen Abständen durch das Veterinäramt zu kontrollieren, wobei neben der tierschutzgerechten Haltung der Tiere v.a. aber auch die Führung des Bestandsbuches, die Equidenpässe, die Anwendungs- und Abgabebelege von Medikamenten und der Medikamentenbestand überprüft werden. Verstösse werden entsprechend der Gesetzeslage geahndet (Ordnungswidrigkeiten, Straftatbestände).

Nur eine Eintragung bei ALLEN Pferden eines Bestandes in ihrem jeweiligen Equidenpass, die bescheinigt, dass das Pferd NICHT durch Schlachtung zum menschlichen Verzehr bestimmt ist, entbindet den Besitzer bzw. Halter (Stallbesitzer) von den Auflagen eines lebensmittelproduzierenden Betriebes.

Diese Bescheinigung erfolgt im Equidenpass, ist sowohl vom Besitzer als auch vom Tierarzt (oder Zuchtverband, Behörde) zu unterschreiben und ist nicht mehr änderbar.

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