Herpes-Impfstoffe nicht verfügbar

admin am 4. Februar 2013 um 18:09

Leider sind zurzeit bestimmte Herpes-Impfstoffe für Pferde überhaupt nicht bzw. nur sehr eingeschränkt verfügbar, sodass ggf. fällige Impfungen nicht erfolgen können.

Entsprechend frühzeitige Rücksprache ist daher anzuraten.

Ansteckung mit Infektiöser Anämie über infizierten Blutspender - Gefahr scheint gebannt

admin am 16. Januar 2013 um 11:33

Ein zu regelmässiger Blutspende eingesetztes Pferd in einer nordrhein-westfälischen Pferdeklinik hatte offensichtlich über die von ihm entnommenen Blutkonserven mehrere Pferde mit Infektiöser Anämie angesteckt.

Nach Bekanntwerden des Zusammenhanges wurden durch die jeweils zuständigen Veterinärämter sofort sämtliche Pferde, die in den letzten Jahren Kontakt mit der entsprechenden Klinik hatten, untersucht und (einige wenige) nachweislich infizierte Pferde umgehend euthansiert und schadlos beseitigt.

Die Sperrung der Betriebe, die Kontakt mit den infizierten Pferden gehabt hatten, konnte inzwischen aufgehoben werden, da keine weiteren Ansteckungsfälle aufgetreten sein sollen.

Wann und wo sich das Blutspendepferd, das vor etlichen Jahren nach Deutschland importiert worden sein soll, angesteckt hat, bleibt unklar. Die Infektiöse Anämie kommt in Deutschland nicht latent vor.

Infektiöse Anämie

admin am 16. Januar 2013 um 10:53

Die “Infektiöse Anämie der Einhufer” ist eine durch Viren verursachte Tierseuche, die bei Pferden (und allen anderen Einhufern wie Eseln, Maultieren, Mauleseln und Zebras) auftreten kann und vor allem durch Insektenstiche übertragen wird.

Aufgrund ihrer Gefährlichkeit ist bereits der Verdacht der Erkrankung eines Patienten anzeigepflichtig, d.h. unverzüglich dem jeweils zuständigen Veterinäramt mitzuteilen.

Die Erkrankung kann schnell aber auch schleichend verlaufen, wobei die Symptome wie Fieberschübe, Apettitlosigkeit, Ödeme, Konditionsverlust, allgemeine Entkräftung des Patienten bis hin zu Blutzellarmut, Abmagerung und Todesfällen eher wenig spezifisch sind.

Pferde können die Infektion überleben, tragen aber zeitlebens den Virus in sich und stellen daher ein Ansteckungsreservoir dar.

Auf Anweisung des Veterinäramtes wird daher (ausnahmslos!) jedes Pferd mit nachgewiesener Ansteckung umgehend euthanasiert und schadlos beseitigt.

Der Nachweis der Ansteckung erfolgt hierbei über eine genau festgelegte Blutuntersuchung, die im positiven Fall (= Erkrankung bzw. Ansteckung nachgewiesen) nochmals durch einReferenzlabor in einer zweiten (Kontroll-)Untersuchung bestätigt werden muss.

Pferdebestände, die mit dem infizierten Pferd Kontakt hatten, werden amtstierärztlich solange gesperrt, bis über mehrfach zu wiederholende Blutuntersuchungen eine Ansteckung weiterer Pferde sicher ausgeschlossen werden kann.

Die Infektiöse Anämie ist in Deutschland nicht latent vorhanden sondern wird zumeist über importierte Pferde eingeschleppt.

Besondere Vorsicht ist in letzter Zeit gegenüber (illegal importierten) Pferden aus Südosteuropa (v.a. Rumänien) geboten, da hier grosse Anteile der Pferdepopulation infiziert zu sein scheinen.

Wann ist ein Pferd ein “Schlachtpferd”?

admin am 12. August 2010 um 15:19

Laut Gesetz ist jedes Pferd grundsätzlich als (potentielles) Schlachtpferd anzusehen.

Damit ist Besitz bzw. die Haltung von Pferden vom Gesetzgeber generell als Produktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft eingestuft und wird rechtlich genauso wie jede Kälbermast, Schweinezucht oder Legebatterie behandelt.

Die Pferdehalter (auch also z.B. der Pensionstallbesitzer) unterliegt damit den hohen und strengen Anforderungen der Lebensmittelsmittelproduktion mit allen ihren entsprechenden Gesetzen und Verordnungen (wie z.B. der ständigen Nachweispflicht über die Identität, der Herkunft und dem Verbleib eines jeden einzelnen Tieres, vor allem aber auch über jede einzelne Behandlung und Medikamentengabe bei jedem einzelnen Tier.

Sein “Betrieb” ist in regelmässigen Abständen durch das Veterinäramt zu kontrollieren, wobei neben der tierschutzgerechten Haltung der Tiere v.a. aber auch die Führung des Bestandsbuches, die Equidenpässe, die Anwendungs- und Abgabebelege von Medikamenten und der Medikamentenbestand überprüft werden. Verstösse werden entsprechend der Gesetzeslage geahndet (Ordnungswidrigkeiten, Straftatbestände).

Nur eine Eintragung bei ALLEN Pferden eines Bestandes in ihrem jeweiligen Equidenpass, die bescheinigt, dass das Pferd NICHT durch Schlachtung zum menschlichen Verzehr bestimmt ist, entbindet den Besitzer bzw. Halter (Stallbesitzer) von den Auflagen eines lebensmittelproduzierenden Betriebes.

Diese Bescheinigung erfolgt im Equidenpass, ist sowohl vom Besitzer als auch vom Tierarzt (oder Zuchtverband, Behörde) zu unterschreiben und ist nicht mehr änderbar.

Kennzeichnungspflicht nach EU-Verordnung 504/2008

admin am 12. August 2010 um 14:14

Besitzer diesjährig geborener Fohlen waren die ersten, die sich unmittelbar mit den Auswirkungen der EU-Verordnung 504/2008 auseinandersetzen mussten.

Zur Eintragung ihrer Fohlen mussten diese zuerst eine Betriebsnummer beantragen und bekamen dann einen Transponder zum Chippen ihrer Fohlen zugesandt. Nach erfolgter Kennzeichnung (i.d.R. durch den Haustierarzt)  erhält jedes Fohlen seinen Equidenpass, der ihn lebenslang begleitet.

Die Verordnung, die bisher wenig bekannt gemacht wurde, umfasst aber die Kennzeichnung aller Pferde (und anderer Equiden wie Esel, Maultiere, Maulesel, Zebras etc.)

So müssen inzwischen ausnahmslos alle Pferde -sofern sie bisher noch keinen Equidenpass hatten- seit Ende 2009 eine individuelle Kennzeichnung (Transponder) und einen Equidenpass besitzen.

Herpes-Infektionen

admin am 6. Juni 2007 um 03:34

Aus aktuellem Anlass: Equine Herpes-Viren (EHV) sind weltweit verbreitet. In Deutschland haben mindestens 70% der Pferde nachweislich Kontakt mit EHV gehabt. Diese Viren, bei denen man 5 verschiedene Serotypen (EHV 1,2,3,4,5) unterschiedet, sind für unterschiedliche Krankheitsbilder verantwortlich:

  • fieberhafte (meist eher milde verlaufende) Atemwegserkrankungen
  • seuchenhafte Aborte in Gestüten
  • Trübungen an der Hornhaut von Pferdeaugen

Am gefürchtesten ist ein schwere Erkrankungsform, bei der neben oder nach fieberhaften Atemwegsirritationen zusätzlich das Zentrale Nervensystem angegriffen wird. Die Pferde zeigen hierbei Ataxien (=Unkoordiniertheit) in unterschiedlich starken Ausprägungen. Diese können reichen von leichtem Schwanken in der Hinterhand bis hin zu Festliegen mit Todesfolge.

Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion verbreitet und breiten sich i.d.R. nach und nach im jeweiligen Pferdebestand aus. Bei Beachtung allgemeiner Hygieneregeln und konsequenter Quarantäne des gesamten Bestandes bis über das letzte Auftreten von verdächtigen Symptomen hinaus ist ein Übergreifen auf weitere Bestände erfahrungsgemäß verhinderbar.

Da sich die Herpesviren im Pferdekörper weitestgehend einer Therapie entziehen, ist der infizierte Organismus v.a. auf sich selbst gestellt und der Verlauf oft schicksalshaft. Eine Behandlung im Erkrankungsfalle beschränkt sich daher auf eine symptomatische Therapie, die aus fiebersenkenden, entzündungshemmenden und  immunstimmuliernden Medikationen  und Antibiotikagaben gegen die häufig sekundär auftretenden bakteriellen Begleitinfektionen besteht.

Die besten Chancen zur Verhinderung oder zu einem möglichst glimpflichen Verlauf einer Infektion werden durch die regelmäßige halbjährliche Impfung nach erfolgter Grundimmunisierung gegen Herpesviren erreicht. Erfahrungsgemäß läßt sich der Infektionsdruck durch die konsequente regelmäßige Durchimpfung des gesamten jeweiligen Pferdebestandes drastisch reduzieren und damit das Infektionsrisko für das einzelne Pferd nochmals beträchtlich senken.